
(20 Minuten) Seit Postal ist bekannt, dass Satire in Videospielen gerne mal missverstanden wird und für so manche Schlagzeile sorgen kann. Ein Beispiel dafür ist wohl auch das im Juni diesen Jahres für PS3 und Xbox 360 erschienene Naughty Bear, dessen Protagonist ein Teddybär auf Rachefeldzug ist.
Auf einer von Stofftieren bevölkerten Märcheninsel findet eine Geburtstagsparty statt, zu der jeder eingeladen wurde, außer der von allen gemobbte Naughty Bear. Dieser beschließt kurzerhand sich seiner verhassten Bärenbrüder zu entledigen und geht dabei nicht gerade zimperlich zu Werke, Watte fetzt in Massen und fast alles auf der Märcheninsel lässt sich als Liquidationsmaschine verwenden.
Hierbei greift das Spiel oft Elemente bekannter Horrorfilme auf und verhonepipelt diese, wie etwa “Nightmare on Elm Street†oder “The Blair Witch Projectâ€. Auch folgende Szene kann der ein oder andere vielleicht wiedererkennen.
Naughty Bear
Ungeachtet des offensichtlich satirischen Inhaltes klingen bei machen Kritikern die Alarmglocken. Nicht zu Letzt, da Naughty Bear durch die PEGI mit “freigegeben ab 12 Jahren†eingestuft wurde. (Hier zu Lande USK 16)
So schreibt die Schweizer Tageszeitung 20 Minuten:
“Empörung über Metzel-Game für Kids
Ein Gewaltspiel im Kinder-Look, das in der Schweiz schon ab zwölf freigegeben ist, schockiert Fachleute. Selbst Händler finden das Game zu brutal für diese Altersklasse.â€
Der schockierte Fachmann ist der Schweizer Roland Näf, Vorsitzender der Vereinigung gegen mediale Gewalt, der in dem Spiel eine “perfid getarnte Anleitung zum Amoklauf†sieht:
“Das Spiel ist eine perfid getarnte Anleitung zum Amoklauf. Ein zwölfjähriger Aussenseiter kann sich in dieser Spiel-Anlage problemlos wiedererkennen.†Der Verkauf müsse “blitzartig gestoppt†und hierzulande eine eigene Zertifizierungsstelle für solche Games geschaffen werden.â€
Darüber, ob Naughty Bear in die Hände 12 Jähriger gehört, sollte sich jeder selbst eine Meinung bilden. Die PEGI räumte jedenfalls ein, dass dieser Titel nur knapp an einem “Freigegeben ab 16 Jahren vorbei geschlittert wäre und man für Kritik und Beschwerden offen wäre. Dazu würde auf Ihrer Seite ein Beschwerdeformular angeboten (ein Service den die USK nicht hat .).