
Olaf Wolters wird zum Jahresende den Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) verlassen. Dies gab der BIU jetzt bekannt. Wolters wolle sich nach sechs Jahren als Geschäftsführers der Publisher-Vertretung neuen beruflichen Herausforderungen stellen. Wolters bezeichnete die Zeit beim BIU als “aufregenden, ereignisreichen und erfolgreichen Jahre”, auf die er gerne zurückblicke. Nun sei es aber an der Zeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen. “Bis zu meinem Austrittstermin werde ich die Geschäfte des BIU in gewohnter Weise führen und den Vorstand bei der Nachbesetzung und Einarbeitung der neuen Geschäftsführung unterstützen”. Ein Nachfolger für Olaf Wolters steht noch nicht fest.
Dr. Olaf Coenen, Geschäftsführer von Electronic Arts und Vorstandssprecher des BIU, drückte sein Bedauern über die Entscheidung aus: “Olaf Wolters hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Computer- und Videospiele in der Mitte unserer Gesellschaft und nicht zuletzt auch im Deutschen Bundestag angekommen sind. Wir haben in den letzten Jahren eng zusammengearbeitet und die Branche entscheidend voran gebracht, sei es auf gesellschaftlicher, kultureller oder wirtschaftlicher Ebene.”
Olaf Wolters übernahm im Juli 2005 die Geschäftsführung, drei Monate nach Gründung des Verbands. Da er zuvor als Vorstandsvorsitzender des Entwickerverbands Northstar Developers agierte, stieß seine Ernennung zum BIU-GF in der deutschen Entwicklerszene nicht nur auf Begeisterung. Trotzdem kam es im Lauf der Jahre auch zu einer Annäherung von BIU und Entwicklerverband G.A.M.E., für die sich Wolters auch schon während seiner Zeit bei Northstar stark gemacht hatte.
Unter der Geschäftsführung von Olaf Wolters konnte der BIU zahlreiche Duftmarken setzen. Im wichtigsten Themenbereich Messe wurde einst der Vertrag mit der Leipziger Messe verlängert. Nach Ablauf der Verlängerung schloss der BIU einen neuen Kooperationsvertrag mit der Koelnmesse, was zur Etablierung der gamescom führte. Dieser Schritt sicherte dem Verband weitergehende Rechte an der Messe. In den vergangenen Jahren unterstützte der BIU auch zahlreiche regionale Kongresse und etablierte die Serious Games Conference.
Mit Initiativen wie Spielen verbindet oder dem Gaming-Führerschein hat der Verband auch im Bereich Medienkompetenz zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht. Das präsenteste Thema war jedoch der Jugendschutz, bei dem der BIU sich mehrfach zu Wort meldete und sich – ebenso wie der Entwicklerverband – als Ansprechpartner und Aufklärer präsentierte. Ein wichtiger Schritt im Bereich Jugendschutz war die Übernahme der Trägerschaft der USK, gemeinsam mit G.A.M.E.
Nicht von Erfolg gekrönt war hingegen der Versuch auch Online-Publisher aus Deutschland für den BIU zu begeistern. Obwohl der BIU sich als Kommunikator von Online-Marktzahlen und als Fürsprecher der deutschen Entwicklerlandschaft positionierte, entschieden sich diese am Ende für ein Engagement beim G.A.M.E., ein kleiner Makel in einer sonst positiven Bilanz.
Quelle: GamesMarkt.de